Fundgrube

Unsere Predigten setzen sich mit biblischen Texten auseinander und stellen Bezüge zum heutigen Leben her. Sie bieten Impulse zum Nachdenken und eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Glauben und gesellschaftliche Fragen.

Unsere Gemeindebriefe informieren regelmäßig über Veranstaltungen, Termine und Entwicklungen in der Gemeinde. Sie enthalten Rückblicke, Ankündigungen und Beiträge aus dem Gemeindeleben und bieten einen Überblick über aktuelle Themen und Angebote.

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Urlaub

Freibad 

überfülltes 

Planschbecken 

Papa und Sohn 

Ich mache – was 

Väter so machen 

mit ihren Nachwuchs 

In die Luft werfen 

und  auffangen 

Klein-Manu ist 

begeistert 

der Papa 

a u c h

Hoch und höher geht’s 

Da ist’s schon passiert 

Klein-Manu klatscht 

in’s Wasser rein

Ich – voll Schreck 

und Scham mit 

schlechtem 

Gewissen

hebe ihn

den Manu

brüllend 

wie ich mein‘

aus dem Wasser …

Doch – nein! 

Der Nachwuchs schaut 

Die Augen weit auf 

(Wer den Bartimäus 

von Kees de Kort 

vor Augen hat 

weiß, was ich 

meine) 

Und es platzt 

aus ihm heraus: 

MACH DAS NOCHMAL!

Mein Muskelkater in den nächsten Tagen war gewaltig! Besonders durch die vielen Wiederholungen ein und derselben Wurftechnik. Und als der Erstgeborene es dem „kleinen Bruder“ nachmachen wollte, war der Papa im Vollstreß.

Nun kennt man Wiederholungen auch aus der Muckibude. Ist ein wesentlicher Faktor beim Muskelaufbau. Am Besten ist – so hab‘ ich gelernt – jede Übung 20 x durchführen, dann kurze Pause, und das Ganze dann 3 x wiederholen.

Ganz anders rechnete JESUS. Auf den Vorschlag seines Vorzeigejüngers – „Reicht sieben Mal?“ – antwortet der Meister:

„Nicht sieben Mal, sondern siebzig mal sieben Mal!“ (Mt 18,22)

Dabei war Petrus schon weit über das übliche, großzügige und – von der Nächstenliebe – geforderte Maß hinaus gegangen. 3 bis 4 Mal galt als völlig ausreichend.

Ja, ausreichend

aber eben nicht „gut“

oder gar „sehr gut“.

Nicht mal „befriedigend“!

Es geht um das gewähren von Vergebung. Das Akzeptieren einer „Entschuldigung“.

„Sieben mal siebzig Mal!“

So oft soll man nachgiebig und barmherzig mit dem Bruder sein, der sein Fehlverhalten einsieht und um Verzeihung bittet.

JESUS geht es offensichtlich überhaupt nicht um etwas Berechenbares. Stellt doch die „Sieben“ im Judentum die Vollkommenheit Gottes dar. Sie, mit sich selbst malgenommen, ist höchste, heiligste Vollkommenheit!

„Seid vollkommen

so wie Euer Vater im Himmel vollkommen ist!“ (Mt 5,48)

JESCHUA lehrte oft durch Gleichnisse. So wie bei den jüdischen Gelehrten – nicht nur damals – allgemein üblich. Und diese Beispielgeschichte geht so:

„Ein Herrscher wollte seine wirtschaftlichen Angelegenheiten mit seinen Untergebenen abrechnen. 

Gleich zu Anfang wurde einer zu ihm gebracht, dessen Schuld sich auf mehrere Millionen Silbermünzen angehäuft hatte. Da der Mann nichts hatte, womit er diese Schuld bezahlen konnte, befahl der Herrscher, dass er mitsamt seiner Frau und seinen Kindern und allem, was er besaß, verkauft würde, um damit die Schuld zu bezahlen. 

Da fiel der Untergebene nieder, flehte ihn an und sagte: ›Hab Geduld mit mir, und ich werde dir alles zurückzahlen!‹ 

Der Herrscher wurde von Mitleid gegenüber diesem Untergebenen bewegt, ließ ihn frei und erließ ihm die gesamten Schulden. 

Auf dem Weg hinaus begegnete der Mann einem anderen, der genau wie er ein Untergebener des Herrschers war. Dieser schuldete ihm hundert Silbermünzen. Deshalb ergriff er ihn am Hals, würgte ihn und sagte: ›Gib mir sofort, was du mir schuldest!‹ Da fiel sein Kollege nieder und bat ihn inständig: ›Hab Geduld mit mir und ich werde es dir zurückzahlen!‹ 

Aber das wollte er auf keinen Fall und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er ihm die Schulden zurückzahlte. 

Als das die anderen Untergebenen mitbekamen, wurden sie sehr betrübt. Sie gingen zum Herrscher und berichteten ihm alles, was geschehen war.“ (Mt 18,23-31)

Zunächst fällt ja auf, dass es um eine riesengroße Schuld geht. Der Verkauf in die Sklaverei unumgänglich! Der Schuldner selbst und natürlich seine ganze Familie galten quasi als Insolvenzmasse. Wie sollte sonst wenigstens ein Teil der Verschuldung wieder zurückgezahlt werden?

Das bedingungslose Erbarmen des Herrschers ist hingegen vollkommen unerwartet. Und sprengt jeden vorstellbaren Rahmen.  Sowohl was die Größe des Schulderlasses betrifft als auch die augenblickliche Wirksamkeit.

„Das gilt – meines Wissens – unverzüglich …“ waren die Worte jüngerer deutscher Geschichte, die sich genauso „eingebrannt haben“, wie das „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen!“ Erstzitiertem bescheinige ich – als Zeitzeuge – die größere Schlagzeile in den Geschichtsbüchern! (Könnte aber Wunschdenken sein!)

Die „Unverzüglichkeit“ der erfahrenen Barmherzigkeit, lassen die Gnadenlosigkeit im zwischenmenschlichen Bereich noch ungeheuerlicher erscheinen. 

Der gerade völlig unverdient Freigesprochene, spricht nun seinerseits Schuldig. Nimmt für sich das „Recht des Stärkeren“ in Anspruch. Genießt er die Macht, über das Wohl und wehe anderer zu entscheiden? Ist es das „typisch menschliche“? Man könnte es meinen! Denn wie oft hat man erlebt – und erlebt es gerade in unseren Tagen – wie Menschen sich verändern, kaum dass sie „Macht“ über andere haben. Da werden aus eingefleischten „Demokraten“, plötzlich Autokraten und Meinungsdiktatoren …

So wurde in der Kirchengeschichte – durch die sogenannte Konstantinische Wende – aus der „verfolgten Kirche eine verfolgende Kirche“. Und auch Martin Luther – gerade noch verfolgt durch die römische Amtskirche – verfolgt Andersdenkende. Und anders Glaubende, wie zB die taufgesinnten Mennoniten und die sogenannten „Wiedertäufer“!

Doch zurück zum Gleichnis: Die große Barmherzigkeit des Königs ist Sinnbild für Gottes unfassbare Liebe. Sein grenzenloses Erbarmen angesichts der hoffnungslosen Verschuldung des Menschen vor Gott.

„Der Lohn der Sünde ist der Tod!“ (Röm 6,23), stellt Paulus fest.

Folglich ist der Mensch – jeder Mensch, da alle gesündigt haben – dem Tode verfallen. Unter die Herrschaft der Sünde, des Todes und des Teufels versklavt.

Gerade deshalb lässt die erfahrene Gnade erwarten, dass der soeben unverdient Entronnene, seinem Mitmenschen gleiches erweist.

Indem er es aber gerade nicht tut, sondern seinen Nächsten bedrängt – übrigens mit einer rechtlich einwandfreien Forderung – verschuldet er sich erneut an höchster Stelle. Häuft vor Gott, seinem Schöpfer, schon wieder Schulden in Millionenhöhe an. Ist ihm doch – dem Menschen – die Mitmenschlichkeit vom Schöpfer her geboten worden.

„Seid Menschen!“

So hat es die 2025 – im Alter von 103 Jahren – verstorbene Holocaustüberlebende Margot Friedländer gesagt. Sie hat sich zeitlebens immer wieder für Versöhnung eingesetzt. Obwohl sie etwas erleben musste, was letztlich – rein menschlich – nie vergeben oder gar versöhnt werden kann. Durch kein „Nie wieder“ oder sonst irgend etwas. Eine „Staatsräson“, die längst von höchster staatlicher Stelle verraten und verkauft wurde! An die „Mullahs“ zB. „Außer Reden nichts gewesen!“

Dieses Gleichnis fordert uns unmissverständlich dazu auf, dieselbe Barmherzigkeit einander zu erweisen, die Gott uns erwiesen hat. „Mach es wie Gott: Werde Mensch!“

Der ist nämlich in die 

Totverfallenheit unserer menschlichen Existenz hinabgestiegen. JESUS wird Mensch. Stirbt unseren (Verbrecher-)Tod. Schafft so den Raum für die Gnade, die dem Schuldner in diesem Gleichnis gewährt wird.

Und ab jetzt gilt:

Wie Gott mir

so ich Dir!

„Glückselig zu preisen sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen!“ (Mt 5,7)

Der Schuldspruch, den Du über andere sprichst, wird zum Urteilsspruch über Dich selbst!

Die Freiheit, die Du anderen zusprichst, ist Dein eigner Freispruch!

Erlöst Dich aus dem Gefängnis Deiner Bitterkeit und der Opferrolle. Macht Dich frei, IHM – JESUS – dem lebendigen Gott zu dienen!

Wie Gott mir

so ich Dir!

Das ist die Einladung Gottes, zu einem Leben in Freiheit und Würde!

Ja, man könnte sich ständig ärgern – ABER, wir sind nicht (mehr) verpflichtet dazu!

DANK JESUS!

In IHM kommt die unaussprechliche Liebesgabe Gottes zu uns! Zu Dir und zu mir!

Unter dem Kreuz des Erlöser hat keiner mehr recht. Und alle Rechte, die wir vermeintlich hätten, müssen schweigen, angesichts der erbarmenden Liebe des Messias JESCHUA. 

„In IHM haben wir die 

Erlösung – durch sein Blut!“ (Eph 1,7)

Also lohnt das Nicht-müde-werden

im „Vergebung üben“!

MACH DAS NOCHMAL!

Und nochmal und 

nochmal und …

Hiervon bekommst Du keinen Muskelkater!

Aber ein Herz

voller Liebe!

Du wirst schon sehen!

Bernd Niemeier 

Pastor in Salzwedel und Lüchow

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